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In guten Händen:Rüsselsheimer Hospizhilfe e.V. | |
| Ein Bericht: | ||
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"Ein Wort im rechten Augenblick, Paul Roth
Eine BegleitungIch kannte Frau P. schon etwas länger. Wir gingen manchmal mit unseren Hunden spazieren. Anfang Dezember 1998 traf ich Frau P. in der Bücherei. Sie war etwas abgemagert und sah blass aus. Zusammen gingen wir zu ihrem Auto und sie erzählte mir von ihrer Krankheit, Bronchialkarzinom, mit wenig Aussicht auf Heilung. Ich bot ihr meine Hilfe an und informierte sie über die Arbeit der Hospizhilfe. Frau P. nahm Kontakt mit der Hospizhilfe auf und bat um ein Beratungsgespräch. Frau P. lebte allein, nachdem ihr Mann vor etwa vier Jahren an Krebs verstorben war. Die Freunde, die Hausgemeinschaft und die Nachbarn hatten ein freundschaftliches Verhältnis zu ihr. Frau P. rief mich Mitte Dezember 1998 an und wir verabredeten uns zu einem Spaziergang mit ihrem Hund. Anfang Januar 1999 lud Frau P. die Freunde, die Nachbarn und mich ein, um Kaffee zu trinken und zu klären, wer sich an der Betreuung beteiligen möchte. Frau P. wollte eine Patienten- und Betreuungsverfügung unterschreiben und die Liste mit den von ihr gewünschten Betreuern erstellen. Diese Liste wurde dem Hausarzt sowie der Klinik übergeben, in der Frau P. noch viermal zur Chemotherapie war. Frau P. rief mich in der ersten Zeit an, wenn sie meinen Besuch wünschte. Ihre täglichen Besorgungen wollte sie noch, solange sie konnte, selbst erledigen. Die Organisation des Haushaltes und die Betreuung des Hundes regelte Frau P. meistens selbst. Im Frühsommer verschlechterte sich ihr Gesundheitszustand und ich bot ihr an, mir ihr zusammen das Ev. Hospital für palliative Medizin in Frankfurt anzusehen. (Frau P. wollte auf keinen Fall in ein Pflegeheim) Ich begleitete sie nach Frankfurt. Zweimal war Frau P. dann in diesem Hospital zur Schmerztherapie. Zu einem Kaffee wurden die mit Frau P. vertrauten Personen eingeladen. Sie teilte ihnen mit, sie wolle zu Hause sterben wie ihr Mann. Alle sagten zu, es zu probieren. Wir stellten gemeinsam einen Plan auf, wer Frau P. duschte, das Mittagessen kochte, den Hund ausführte und den Abend mit Frau P. verbrachte. Als Frau P. auch nachts wegen Erstickungsangst nicht mehr alleine bleiben wollte, wurde ein Babyphon installiert. Eine Nachbarin erklärte sich bereit, es in der Nacht einzuschalten. In der letzten Woche vor ihrem Tod wurde dann eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung organisiert. Schmerztherapeutisch wurde sie gut durch ihren Hausarzt versorgt. Zwei Tage vor ihrem Tod saßen wir noch am Tisch in der Küche tranken Kaffee. Frau P. aß mit Appetit und freute sich, dass wir bei ihr waren. An ihrem Todestag bat sie um den Besuch des Seelsorgers. Er spendete ihr die Krankensalbung. Kurze Zeit später ist sie im Kreis ihrer Freunde friedlich eingeschlafen. S.R. |
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