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RÜSSELSHEIMER ECHO

Probeliegen im Sarg

Tag des Friedhofs - Besucher informieren sich rund um das Thema Tod und Bestattung

Er sieht aus wie ein Ei und ist dunkelrot-metallic lackiert. "Formel Eins" waren die ersten Worte, die einem Besucher bei seinem Anblick über die Lippen kamen. "Cocoon" ist sein eigentlicher Name, und es handelt sich bei diesem formschönen Behältnis um einen Sarg, der im Rahmen des Tages des Friedhofs auf dem neuen Friedhof am Waldweg am Sonntag von einem Sarg-Hersteller präsentiert wurde.

Neben seiner ausgefallenen Form gehört dieses Modell zu den derzeit ökologischsten Särgen, da es aus Jute hergestellt ist. Die Eiform erinnere viele an den Mutterleib und assoziiere Geborgenheit, berichtete Robert Hucho, Vertreter der Sargfabrik. Er werde von Menschen gewählt, die sich meist besonders intensiv mit dem Thema Leben und Tod auseinander setzen. Bezeichnend sei die Tatsache, dass eine ehemalige Hebamme sich diesen Sarg für ihre Bestattung ausgesucht habe.

Wie es sich anfühlt, in einem Sarg zu liegen, konnten die Gäste bei der Bestattungsfirma Verde ausprobieren. "Es gibt Leute, die interessiert das. Deshalb bieten wir das an", erklärte Geschäftsinhaber Thomas Pösl. Viele Angehörige fragten sich, wie ein Sarg von innen aussehe. Auch werde oft die Frage gestellt: "Liegt unser Verstorbener bequem?" Pösl ist sich durchaus bewusst, dass sein Angebot provokant ist und hat sich auf typische Fragen gut vorbereitet.

Die Veranstaltung rund um die Themen Tod, Bestattung und Friedhof, ausgerichtet von den Friedhofsgärtnern Werner Muster, Roger Treuting und dem Floristen Garsten Rückert, gab ausführliche Einblicke ganz ohne Tabus. Ob Särge, Urnen, Grabschmuck und -bepflanzung, Steinmetzarbeiten oder das Ausheben eines Grabes - alles war zu sehen und konnte direkt hinterfragt werden.

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Auch die Hospizhilfe war mit einem Stand vertreten, informierte über ihr Angebot und stellte unter anderem Bücher und Bilderbücher aus, mit denen Kinder aller Altersgruppen an das Thema Tod und Trauer herangeführt werden können. Auch Literatur für Eltern als Hilfestellung für Fragen der Kinder war ausgelegt. Eine Literaturliste kann bei der Hospizhilfe Rüsselsheim telefonisch unter 13 394 erfragt werden. sura

22.09.2008


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