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RÜSSELSHEIMER ECHO

"Es geht um Abschiede jeder Art"

Spende - "Cafè Lichtblick" der Hospizhilfe erhält 500 Euro von der Rüsselsheimer Volksbank - Anlaufstelle für Trauernde - Volksbankvorstand Weber: Regelmäßige Unterstützung vorstellbar

Rüsselsheim - Es gibt kein Hartz IV für Trauernde. So umschreibt Gerhard Löffert, Schirmherr des "Cafe Lichtblick" der Rüsselsheimer Hospizhilfe, seine Einschätzung, nach der seelische Nöte den materiellen ebenbürtig sind - und Trauernde mit ihren Sorgen und Ängsten häufig allein gelassen werden.

Um hier eine Anlaufstelle zu bieten, richtete die Hospizhilfe im Februar 2008 das "Cafe Lichtblick" - mittlerweile im "Haus der Senioren" untergebracht - ein, wo Hinterbliebene seither zwanglos einen Kaffee trinken, Kontakte knüpfen oder einfach nur still sein können.

Da Volksbankvorstand Klaus Weber in dieser Einrichtung eine "schöne und wichtige Idee" verwirklicht sieht, entschloss sich das Rüsselsheimer Kreditinstitut in Gesprächen mit Schirmherr Löffert dazu, dem Trauernden-Cafe 500 Euro zu spenden - "ein Anschub", wie Weber es bei der gestrigen Übergabe nannte und darauf verwies, dass er sich eine regelmäßige Unterstützung gut vorstellen könne. Die Rüsselsheimer Volksbank hatte die Hospizhilfe schon in ihren Anfangszeiten vor 15 Jahren "kräftig unterstützt", wie Hedi Eichhorn, langjährige Schatzmeisterin des Vereins, dankbar verkündete.

Hospizhilfe und Cafe sind auf Spenden angewiesen. 2007 erhielt der Verein, der schwerstkranke und Sterbende begleitet, rund 30.000 Euro in Form von Spenden verschiedener Gönner. Eichhorn kennt auch schon eine Verwendung für die jüngste Zuwendung: Die 500 Euro dienen zur Finanzierung von Fortbildungen, die alle ehrenamtlichen Mitarbeiter des Cafes absolvieren müssen, um mit der Trauer der Besucher umgehen zu lernen.

Hervorgegangen ist das "Cafe Lichtblick" aus den psychologisch betreuten Trauergruppen der Hospizhilfe. Zusammen mit Trauerbegleiterin Dorothea Castor, die den Treffpunkt heute leitet, machten sich Frauen daran, einen Ort zu schaffen, der Hinterbliebenen den Schritt aus der Isolation zurück ins gesellschaftliche Leben erleichtert - und auch mal zum Lachen anregt. Gerhard Löffert schwebt vor, künftig mehr kulturelle Veranstaltungen wie Lesungen, Musik und Künstlergespräche anbieten zu können und so "eine soziokulturelle Bereicherung für Rüsselsheim zu sein".

Doch nicht nur vom Tod eines Angehörigen Betroffenen aller Altersklassen und Religionszugehörigkeiten steht das Cafe offen: Jede Form von Abschied, die in das Seelenleben eines Menschen eingreift, kann laut Löffert thematisiert werden: "Auch Eltern mit kleinen Kindern, deren geliebtes Haustier gestorben ist, sind willkommen".

12.02.2009


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